Bindegewebstherapie nach E. Dicke
Was ist Bindegewebe?
In der Naturheilkunde wird das Bindegewebe immer wichtiger. Es ist nicht nur eine Gewebeart, die alle Organe umhüllt. Es ist als Vermittler zu sehen, der alles im Organismus mit einander verbindet. Organgewebe wie z. B. Leber- oder Drüsenzellen mag man als ”Arbeiter” sehen, das vielseitige Bindegewebe gehört zum “Management”. Hier verlaufen Gefäße und Nerven, hier erfolgt der so wichtige Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und Stoffwechselendprodukte aus den Zellen.
Was schädigt das Bindegewebe?
Heutzutage ist viel von Verschlackung, von zuviel Säure im Gewebe die Rede. Damit sind Ablagerungen gemeint, die der Körper nicht ausreichend ausscheiden konnte. Diese ungünstigen Stoffwechselprodukte versucht er dann möglichst in der Peripherie abzulagern, um seine Organe zu schützen, als da sind das Bindegewebe unter der Haut, bzw. das Unterhautfettgewebe. Dort verändert sich dann das Milieu, der Wassergehalt, die Durchblutung. Es kommt allmählich zu Gewebeveränderungen, die dem Therapeuten eine Belastung aufzeigen.
Was ist eine Bindegewebstherapie?
Die Therapeutin arbeitet mit einer Art strichförmigen Massage auf der Haut und beeinflußt mit dieser speziellen Technik das Bindegewebe, das direkt unter der Haut liegt. Das ist keine Massage im klassischen Sinn. Die BGM erfordert mehrere Aufbaustufen, die bei jeder Behandlung eine größere Fläche umfaßt. Begonnen wird immer im Beckenbereich, von dort in drei Behandlungen hinunter bis zu den Füßen, dann wieder vom Becken ausgehend die Wirbelsäule hoch zum Kopf, zu den Armen, zur Brust, zum Bauch, je nachdem wie es das Beschwerdebild erfordert.
Funktionsweise dieser Therapie?
Über die Behandlung des Bindegewebes können regulierende Impulse ausgelöst werden. Diese führen lokal zu einer vermehrten Durchblutung und sollen somit den Stoffwechsel des Gewebes anregen. Nervös-reflektorisch soll damit auch auf entfernt liegende innere Organe, die funktionell beeinträchtigt sind, eingewirkt werden.
Wer hat diese Methode entdeckt?
Die Krankengymnastin Elisabeth Dicke litt 1929 an schweren gesundheitlichen Störungen. Sie versuchte, die aufgetretenen Spannungsschmerzen im Kreuzbeinbereich durch ziehende Striche zu lindern. Nach einigen intuitiven Selbstbehandlungen ließen ihre Beschwerden nach. Im Verlauf ihrer Erkrankung hatten sich noch weitere Begleiterscheinungen eingestellt. Alle diese Störungen konnte sie mit ihrer neu gefundenen Behandlungsweise beheben. Frau Dicke wollte ihre Verfahrensweise auf eine wissenschaftliche Grundlage stellen. Zusammen mit Professoren der Inneren Medizin (Veil, Prof. Kohlrausch und Hansen), die als Kenner der reflektorischen Wechselbeziehungen von Haut und inneren Organen galten, und Frau Dr. Teirich-Leube, konnte sie ihre Behandlungsmethode systematisch weiterentwickeln.
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